Imkerei

Obst und Bienen, eine wunderbare Kombination!

Angetrieben von meinem Interesse an einer lebendigen, organischen Welt, essbaren Landschaften und der Selbstversorgung bin ich im damaligen Nachbarschaftsgarten-Projekt im Karolinenviertel mit den Bienen in Kontakt gekommen und beschäftige mich seitdem mit großer Faszination mit der Pflege einiger Bienenvölker.

Dabei ist es mir wichtig, zu einem Austausch zwischen dem pflegenden Imker und dem Bienenvolk zu kommen, von den Bienen zu lernen, zu versuchen, sie immer mehr verstehen und das Bienenvolk nicht nur als mechanischen Honigproduzenten anzusehen:

Bienengemäß imkern - wesensgemäße Imkerei

Das bedeutet, ein Verhältnis zu finden, bei dem einerseits die Bienen soweit wie möglich ihrem Wesen gemäß Bien sein dürfen undd andererseits menschlichen Bedürfnisse und Notwendigkeiten einen Platz finden können.

In der Praxis heisst das:

  • mit dem natürlichen Schwarmtrieb der Bienen zu arbeiten
  • die Bienen ihre Waben zum Brüten selbst bauen zu lassen
  • nur Naturmaterialien z.B. für die Bienenwohnung zu verwenden
  • den Bienen möglichst viel eigenen Honig lassen
  • möglichst wenige Eingriffe und Störungen vorzunehmen

Dabei ist der köstliche Honig eine schöne Bestätigung der Arbeit, aber nicht die Hauptsache.

Honig

Es ist wundervoll, Honig von den “eigenen” Bienen ernten und kosten zu dürfen. Neben der absolut regionalen Produktion, beflügelt der Geschmack die Erinnerung an die Blüten des Jahres und gibt Wärme und Kraft. Für den Honig habe ich keine Zertifizierung über eines der Bio-Siegel, arbeite aber nach den strengen Richtlinien für Demeter-Honig/Imkerei.

Bienenpatenschaften für blühende Landschaften

Im Frühling und Sommer das Erblühen unserer Wild- und Kulturpflanzen zu betrachten, erfreut das Herz und gewährt bereits einen schönen Ausblick auf die Ernte. Damit jedoch aus den Blüten Saaten und Früchte werden können, brauchen viele Pflanzen die Bestäubung durch Wildinsekten und Honigbienen: Ohne die Arbeit der Honigbienen - bei denen man ja zunächst einmal nur an Honig denkt - wären die Erträge der Gärten und Landwirtschaft deutlich geringer und blühende Wildblumen viel seltener. Es werden weniger Blüten bestäubt, deren Samen und Früchte wiederum die Nahrungsgrundlage für viele wildlebende Tiere sind.

Futtermangel, Pestizide und Krankheiten bedrohen die Bienen

Jedoch finden die Bienen in den auf- und ausgeräumten Kulturlandschaften und Gärten immer weniger Blüten als Futterquellen. Verschiedene Parasiten, Krankheiten und Umweltbelastungen (z.B. Pestizide wie Glyphosat) bedrohen die Existenz der Bienen und Wildinsekten.

Ohne eine fachgerechte Pflege der Bienenvölker, also eine regelmäßige Kontrolle und Behandlung durch einen geschulten Imker, sind die Honigbienen deswegen bei uns nicht mehr lebensfähig.

Bienen als Einstieg in eine organische Betrachtung

Durch die Arbeit mit den Bienen und die Beschäftigung mit ihren Bedürfnissen wird die Förderung einer vielfältigen Kulturlandschaft zu einem ganz konkreten Anliegen. Es verdeutlichen sich die Verknüpfungen zwischen Insekten, Vögeln, Pflanzen und der menschlichen Kultur. Diese Zusammenhänge werden für mich besonders bei der Pflege von Streuobstwiesen sehr plastisch.

Wie kann ich ohne Fachwissen die Bienen unterstützen?

Ich erfahre immer wieder großes Interesse an unserer Arbeit mit den Bienen. Viele Menschen wünschen sich, die Bienen näher kennenzulernen. Es gibt ein großes Bedürfnis, etwas über ihre Lebensweise und ihre Probleme in unserer Zeit der industriellen Landwirtschaft zu erfahren und die Bienen und die Vielfalt unserer Landschaften zu unterstützen.

Um Menschen ohne Fachwissen oder mit wenig Zeit zu ermöglichen, die Arbeit an den Bienen und damit die Arbeit der Bienen an unserer Kulturlandschaft ganz konkret zu unterstützen, ist die Idee der solidarischen Bienenpflege entstanden:

Solidarische Bienenpflege

Um die Bestäubungsleistung der Bienen und damit die Vielfalt unserer Kulturlandschaften allgemein zu fördern, unterstützen Paten durch ihren Beitrag die wesensgemäße Pflege eines oder mehrerer Bienenvölker durch einen fachkundigen Imker. Die Paten bekommen Einblicke in das faszinierende Leben der Bienen und ihrer Pflege im Jahreslauf. Und sie bekommen die Möglichkeit, Honig direkt aus der Umgebung zu genießen.

Die Patenschaft ist auch ohne eigenen Garten möglich, die Bienenvölker stehen auf einem unserer Standorte. Ganz besonders spannend und intensiv ist es, ein Bienenvolk im eigenen Garten einziehen und von mir pflegen zu lassen - diese Form der Patenschaft ist für ein gemeinsames Naturerlebnis auch ganz besonders für Kinder sehr schön.

Bei Interesse an und Fragen zu der Patenschaft freue ich mich über einen Anruf oder eine .

Netzwerk

Um eine wesensgemäße Pflege der Bienen zu fördern und mich zu dem Thema auszutauschen bin ich Mitglied bei De Immen und besuche so oft wie möglich das Treffen der Mellifera-Regionalgruppe in Hamburg.

Bilder

Leider komme ich viel zu wenig dazu, bei der Arbeit Bilder zu machen, hier ein paar Eindrücke.